70 Nicht-Ich bin`s

Teaser

Ein Portrait der Komponistin Iris ter Schiphorst

Synopsis

Allein der Titel wirft Fragen auf. Dead Wire – dissociative fugue. Komposition für Klavier solo und Live Elektronik von Iris ter Schiphorst. Uraufgeführt beim letzten Eclat Festival in Stuttgart 2012 – eine zweite Aufführung gab es in Berlin beim Festival Ultraschall 2013 – Pianist beide Male war Christoph Grund. Und es gibt noch mindestens einen weiteren – ebenfalls englischsprachigen – Untertitel: Psychotechnics of keyboards. Aber ehe wir uns der Übersetzung und der möglichen Bedeutungen der Titel widmen, möchte ich das Augenmerk noch auf weiteres Problem lenken: Man hört die Musik nur zur Hälfte, wenn man sie nicht sieht. Und man muss sich die Klänge über x Lautsprecher im Raum verteilt und wandernd vorstellen – ein Raumgefühl, das sich im Stereo-Radio nur schwerlich darstellen lässt:

U: Also ich stehe jetzt vor dem Problem, dass ich eine Sendung machen will über ein Werk von dir, dauert ungefähr eine Viertelstunde, das man nur zum Teil hören kann im Radio. Selbst für gutwillige Radiohörer. Schafft man das irgendwie zu erzählen, was man nicht hört. Über das Sehen hinaus – also das Sehen, das weiß ich noch, dieser Pianist hatte verdammt viel zu tun.
I: Richtig.
U: Das waren zwei Keyboards, die er zu bedienen hatte.
I: Drei sogar.
U: Und einen Rechner, auch noch, den er …
I: Er muss den Rechner kontrollieren. Also ob er sozusagen im richtigen Programm ist. Dann muss er sozusagen auf den Tasten spielen. Im Inneren des Flügels. Und das Ganze sozusagen ununterbrochen kombinieren.
U: Dann gibt es noch ein Keyboard.
I: Jaja. Er hat quasi drei Tastaturen. Er hat einmal die Tastatur des Flügels, darüber ist aufgebaut das erste Keyboard, das sozusagen aus einigen Oktaven besteht, und dann gibt es noch mal darüber ein kleines Keyboard, mit dem er Samples abruft. Und gleichzeitig hat er aber auch im Inneren des Flügels zum Teil Aktionen zu machen. Das heißt, er hat auf der einen Seite drei Keyboards zu bedienen, und ich schließe diese Tastatur des Flügels jetzt mit ein. Und zum anderen zwei andere Keyboards, wobei das eine, das mittlere, das mit den vielen Oktaven, besonders heikel ist, weil er sozusagen da sich selber steuert – also er steuert das, was er einerseits auf dem Klavier spielt, manipuliert er mit der anderen Hand sozusagen elektronisch. Und das ist ein Vorgang, der sehr speziell ist.
U: Und noch im Orchester – also im Orchester sage ich schon – also das Stichwort Orchester hatte ich mir vorbereitet, und noch im Klavier innen drin muss er an den Saiten schaben. Zupfen.
I: Also er spielt auch drinnen …

Manuskript der Sendung

Kritik Süddeutsche Zeitung

Diese Produktion kann als CD zum Preis von 12,80 € bei der inpetto filmproduktion bestellt werden. Bitte schreiben Sie eine mail an: bestellungen@inpetto-filmproduktion.de

Cast & Crew

Regie
Uli Aumüller
Musik
Iris ter Schiphorst
Redakteur
Lydia Jeschke