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| Daniel Hope und Daniel Hope spielt Mendelssohn-Bartholdy Ein Film in zwei Fassungen von Gösta Courkamp Interview (Englisch) Künstlerbiographien gibt es zuhauf. Viele interessant – nicht alle besonders. Geboren in Südafrika, mit deutschen Vorfahren jüdischen Glaubens, die wegen der Naziverfolgung aus Berlin fliehen mussten, dann mit der Familie nach England emigriert, weil sein Vater, ein Schriftsteller, wegen seines Einsatzes gegen die Apartheid auswandern musste (dort nahm Yehudi Menuhin den jungen Daniel unter seine Fittiche) – dann die irische Staatsbürgerschaft angenommen, weil weiße Südafrikaner in Großbritannien nicht wohl gelitten waren – katholisch getauft, später protestantisch konfirmiert lebt Daniel Hope mit seiner deutschen Frau in Amsterdam und Hamburg. Mit gerade einmal 33 Jahren gehört Daniel Hope schon jetzt zur ersten Garde der großen Geiger. In Stockholm trifft er auf ein anderes, ebenfalls noch sehr junges Ausnahmetalent: Daniel Harding, den musikalischen Direktor des Schwedischen Radiosinfonieorchesters (der außerdem noch Musikalischer Direktor des Mahler Chamber Orchestra sowie ständiger Gastdirigent des London Symphony Orchestra ist). Zusammen spielen sie in den Berwaldhallen eines der schönsten und bekanntesten Violinkonzerte der Musikgeschichte: Mendelssohn-Bartholdys „e-moll Konzert op.64“ und zwar in der selten gespielten Urfassung. Es ist dies die erste Zusammenarbeit von Daniel Hope- und Harding, obwohl sie einander schon seit Ewigkeiten persönlich kennen und schätzen. Das kongeniale Zusammenspiel der beiden charismatischen Musiker dokumentiert der Film in Bildern, wie man sie in dieser Intimität bei Konzertaufnahmen nur selten zu sehen bekommt. Sieht man Hope und Harding am „Werk“, möchte man meinen, dass ein gefühlvoller Choreograph den Auftritt inszenierte – und doch ist es allein die Musik, welche die beiden trägt – in eine Sphäre, die vielen Musikern verschlossen bleibt. Wie die beiden von Musik durchdrungen sind und dieses Phänomen vermitteln, kann man aber sehr wohl sehen, mitfühlen und spüren. Während die ZDF/arte-Fassung des Films sich auf Hopes Auseinandersetzung mit Mendelssohn fokussiert, richtet die „schwedische“ Fassung auch noch das Augenmerk auf eine weitere, nicht unwichtige Facette Daniel Hopes. Er beschreibt in der neu eröffneten, wunderschön restaurierten Synagoge Rykestraße in Berlin (auch dieses ein Zeichen, das Mut machen kann) diesen für ihn wesentlichen Einfluß und spielt Erwin Schulhoffs „Sonate für Solovioline - Andante cantabile“ sowie Maurice Ravels „Kaddish“ in einer eigenen Bearbeitung. Beide Stücke liegen ihm so am Herzen, dass er sie immer wieder auch als Zugaben bei seinen zahlreichen Konzerten in aller Welt gibt. Die „Schwedische Fassung“ des Films wurde im Januar 2008 gesendet und erreichte spontan eine Zuschauerquote von 8% – für Beiträge über klassische Musik ein einsamer Spitzenwert. Nach einem Besuch von Mendelssohns Grab auf dem Berliner Dreifaltigkeitsfriedhof begeben wir uns in die beeindruckende Kulisse des Berliner Konzerthauses, gleich um die Ecke des ehemaligen Wohnsitzes der Mendelssohns am Gendarmenmarkt gelegen – sozusagen auf Felix Mendelssohn-Bartholdys ureigenstes Terrain. Mit Daniel Hopes Transkriptionen von Mendelssohn-Bartholdys Liedern „Suleika“ und „Hexenlied“, inszeniert im Berliner Konzerthaus und am Piano von Sebastian Knauer begleitet, schließt sich dann der Kreis. „Musik infiziert einen, ohne dass man es will, unabhängig von Sprache, Nationalität oder Glauben. Wenn man bereit ist, die Ohren weit aufzumachen, ist es das Schönste, was es gibt.“ (Daniel Hope)
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